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Hinweise zur Weihnachtskarte 2011

Good tidings ...

"Good tidings ..." by Bernd Hildebrandt

Siehe, ich verkündige euch große Freude… (Lukas 2)

Es brauchte seine Zeit bis man sich auf die Geburt Jesu besann. Das war zunächst nicht ungewöhnlich, denn hier ging es wie bei allen hervorragenden Persönlichkeiten, die erst nach ihrem Tod anerkannt und verehrt wurden. Die Geburt Jesu sprengte jedoch auch den Rahmen dieser Tatsache in jeder Weise, denn es war nicht sein Tod, sondern seine Auferstehung, die auch seine Geburt ins Licht rückte.

Den Predigern der jungen Kirche ging es bei der Verkündigung des Evangeliums nicht um das Dokumentieren historischer Daten. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass diese Geburt an der Historie vorbei in frommen Sinnbildern ihren Ausdruck fand, ja, dass die Mehrzahl der Legenden außerhalb der Evangelien blieb, aber in Poesie und Prosa, in den Ausdrucksformen der Musik und der darstellenden Kunst aufgegriffen wurden.

Von Ostern her gesehen und begründet, ist Weihnachten ein Ereignis, in dem die Menschwerdung Gottes in ihrer Unbegreiflichkeit etwas Begreifbares wurde.

Wenn im Evangelium des Lukas die Verkündigung des Gottesgeschenkes nicht an die hoch geachteten Lehrer, die königlichen Majestäten, die politischen Machthaber, die Wohlhabenden und Einflussreichen im Lande ging, sondern an Hirten als Repräsentanten des einfachen Volkes, dann ist damit bereits das Kommende angezeigt. Dreißig Jahre später wirkte Jesus von Nazareth für eine kurze Zeitspanne mit seinen Jüngern lehrend, verkündigend und heilend unter den einfachen Menschen in den Ortschaften Galiläas. Er trat als Mitmensch in ihren Alltag.

Und da es keine eindeutigen Daten für die Geburt Christi gibt und die bildliche Darstellung der Legenden zu allen Zeiten und überall in der Welt sich bedenkenlos der vielschichtigen kulturellen Ausdrucksformen bediente und selbst das sekulare Brauchtum einbezog, gibt mir dies für mein Bild Gestaltungsfreiheit:

"Euch ist heute der Heiland geboren". Mit dieser frohen Botschaft verbindet der Engel Himmel und Erde, Zeit und Ewigkeit. Der Engel brauchte wohl keine Flügel, aber sein Sinnbild hat sich so in unserer Vorstellung eingeprägt. Große Flügel können etwas Bedrohliches haben. Hier sollen sie jedoch in ihrer schützenden Eigenschaft gesehen werden und die Worte unterstreichen: "Fürchtet euch nicht!"

Die für den Engel gewählten Farben weisen symbolisch auf die ganze Spanne der Heilsgeschichte hin. Weiß deutet auf Licht und Freude, die Christusfeste von Ostern und Weihnachten. Im Blau wird Jesus angesagt; es ist seit dem Mittelalter seine Symbolfarbe. Hier beginnt sein Weg ans Kreuz. Der Zaun unter dem Engel deutet da bereits Golgatha an. Und Rot ist nicht nur die Farbe der Liebe und Allmacht Gottes, sondern auch die Farbe des Heiligen Geistes, der Menschen zum Zeugnis und in die Nachfolge ruft.

Die Hirten, als erste Empfänger der Freudenbotschaft, sind nicht in der in unseren Breiten beliebten Winterlandschaft zu sehen, die Schafe sind nicht halb im Schnee versunken. Im Gegenteil, die zwei Lämmer deuten an, das Jesus ebenso wahrscheinlich im Frühling wie zur Winterzeit geboren sein konnte. Das in der Landschaft dominierende Grün weist zusätzlich auf Gedeihen und nicht zuletzt auf die im Glauben begründete Hoffnung hin.

Nun hat es sich gezeigt, dass meine sogenannte Gestaltungsfreiheit doch nicht auf die hergebrachte Symbolik verzichten konnte. Da wir in unserer Zeit stark vom Hören auf das Sehen umgeschaltet haben, möge meine Darstellung im Ton-Relief helfen, bei allen festlichen Ablenkungen, doch das Mysterium der Menschwerdung Gottes im Blick zu behalten.

Bernd Hildebrandt

 

Diese Weihnachtskarte und Motive aus früheren Jahren sind am Weihnachtsmarkt erhältlich.

 

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