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Hinweise zur Weihnachtskarte 2009

Deo gratias

"Deo gratias" by Bernd Hildebrandt

 

Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns hergesendet hat. So singen wir im Adventslied (EKG 12). “Gott sei Dank”. Im täglichen Sprachgebrauch geht uns das Wort meist so schnell über die Zunge, dass die Gedanken gar nicht registrieren, wie wir bei jeder Gelegenheit Gott danken. Diese Oberflächlichkeit stellt unsere Aufrichtigkeit gegenüber Gott sehr in Frage.

Der tiefste Grund für eine Danksagung an Gott ist in der Weihnachtskarte “Deo gratias” dargestellt. Es geht um Danksagung für ein Geschenk. Es ist ein Geschenk, aus dem unser gegenseitiges Beschenken zu Weihnachten vielleicht einmal seinen Ursprung hatte, das aber heute mit dem Gottesgeschenk nicht mehr das Geringste zu tun haben kann.

Dass durch den Entwurf der Darstellungen ein Sinnbild der ganzen Heilsgeschichte entstand, geschah wie von selbst, aber nicht aus Zufall. Schon lange wollte ich die Gestalt des Joseph einmal in den Vordergrund stellen, aber dies allein hätte kaum eine allgemein erkennbares Weihnachtsbild ergeben. Der notwendige Rahmen kam dann aus drei Quellen.

In den Weihnachtsbildern berühmter Meister ist Joseph oft Randfigur. Er schürt ein Feuer, rührt in einem Topf, hält eine Windel zum Trocknen hoch, oder sitzt schlafend in einer Ecke. Nicht so auf den Weihnachtsikonen der Ostkirche. Da sitzt Joseph mit bloßen Füßen (eine ganze Geschichte in sich selbst) meist auf einem Baumstumpf und schaut nachdenklich in die Ferne. Ihm muss, wie uns allen, erklärt werden, was es mit dieser Geburt auf sich hat. Und dies tut die Gestalt, die auf den Ikonen neben ihm steht. Es ist wohl der Prophet Jesaja, dessen Weissagungen zur Weihnachtsbotschaft bis auf den heutigen Tag nicht wegzudenken sind. “Er ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste” (Jes.40,3). Deshalb der rauhe Fellumhang. Und der Stab, auf den sich Jesaja auf fast allen Ikonen stützt, weist auf seine Prophezeiung: “ Es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isai (Jesse) und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen” (Jes.11,1). Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und was sie geprophezeit, ist erfüllt in Herrlichkeit. (EKG 12).

Die zweite Quelle kommt aus der Christlichen Farbensymbolik. Das Bild ist durch ein grünes Kreuz in vier Felder geteilt. Die Kreuzform allein weist im Bild schon weit voraus auf unseren Glauben an Gottes Gnadengeschenk durch Christi Tod und Auferstehung. Grün ist die Farbe der Besinnlichkeit und der Hoffnung. Deshalb malten Künstler des Mittelalters das Kreuz Christ oft grün, als das Opferwerkzeug, in dem unsere Auferstehungshoffnung bedründet ist. Im Bild zeigt ein Engel auf dieses Kreuz. Grün kann auch die Farbe des Paradieses sein.

Und dies bringt mich zur dritten Quelle, die Advents- und Weihnachtslieder in unserem Gesangbuch. Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis; der Engel steht nicht mehr dafür. Gott sei Lob, Ehr und Preis. (EKG 27). Diese, zur Weihnachtsbotschaft gehörende Aussage würde in einem Weihnachtsbild den Rahmen sprengen. Deshalb nahm ich sozusagen Zuflucht zu einer anderen Aussage im Weihnachtslied: Jakobs Stern ist aufgegangen, stillt das sehnliche Verlangen, bricht den Kopf der alten Schlangen und zerstört der Höllen Reich (EKG 39, auch ähnlich Luther in EKG 25). Eigentlich kann man eine Beziehung zu allen Advents- und Weihnachtsliedern im Bild finden.

Das obere, linke Bildfeld ist ganz Gott gewidmet. Zahlreiche Bibelstellen weisen darauf hin, dass Gott aus der Wolke, aus dem Wetter spricht. Von hieraus strahlt das Licht in die Welt. Und hier liegt der Ursprung des echten Weihnachtsgeschenkes, der Grund, Gott zu danken.

Bernd Hildebrandt

 

Diese Weihnachtskarte und Motive aus anderen Jahren sind am Weihnachtsmarkt erhältlich.

 

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